Goethe sagt ...


Johann Wolfgang von Goethe ist nicht nur ein "Großer Deutscher", sondern durch seine vielfältige Wirkung und Hinterlassenschaft die zentrale, nach allen Seiten hin vermittelnde Gestalt im Hinblick auf eine deutsche Identität. Und weil die Energiewende nicht nur durch technische, wirtschaftliche und soziale Gesichtspunkte - und vor allem natürlich durch deren Zusammenwirken - gekennzeichnet ist, sondern das untergründige, durch die Last der jüngeren Geschichte aus dem Bewußtsein verdrängte "Gerangel" um diese Identität in oftmals grotesk verzerrter Weise zum Ausdruck bringt, haben wir uns mit dem Lebenswerk des Meisters näher beschäftigt und neu auseinandergesetzt. Bald schien es uns, als habe er jene Verirrung vorausgesehen, die uns heute so schwer zu schaffen macht. Und so keimte alsbald der Wunsch in uns und wuchs heran, Goethe nach seinem Urteil zu bestimmten Aspekten der Energiewende fragen zu dürfen.  

Durch eine glückliche Fügung ist es uns gelungen, Kontakt zu seinem beständigen, überdauernden Geist aufzunehmen! Voller Freude erkannten wir, dass er unserer Offenheit und Wißbegier eine milde, durch seine sphärische Entrückung nicht geminderte Zuneigung entgegenbringt. Das ermutigte uns und wir traten mit der ersten Frage vor ihn hin.


29. Juli 16: Hochverehrter Meister! Nicht nur immer noch, sondern sogar immer öfter dringt Kunde zu uns, dass Politiker - vornehmlich von einer Partei, die sich "Die Grünen" nennt - Flora und Fauna ungerührt zu opfern bereit sind, um sog. Windkraftanlagen zu errichten. Die gleichen Politiker sind es auch, die - wenn z. B. ein Wohn- oder Gewerbegebiet erschlossen werden soll - wegen eines halben Dutzends Bäume auf die Barrikaden geht. Wie kommt es nur, dass der Widerspruch zwischen beiden Haltungen diesen Menschen nicht erkennbar ist? Sie sind offenbar der Überzeugung, hier wie dort "das Gute" zu vertreten und sich selbst - mal duldsam und scheinbar vernünftig, mal kämpferisch - ein Denkmal setzen zu können. Was nur treibt sie an? Was erhoffen sie sich davon, einen Widerspruch erst aufzureißen und dann zu leugnen?

Und Goethe sagte: "Und so werdet ihr vernehmen: / Daß der Mensch, mit sich zufrieden, / Gern sein ICH gerettet sähe, / So da droben wie hienieden." " (Zitat aus: "West-östlicher Diwan", Kap. 14: "Höheres und Höchstes").


31. Mai 16: Hochverehrter Meister! Wie soll man sich erklären, dass gebildete Menschen, an deren moralischen Grundsätzen und Charakter nicht zu zweifeln ist, sich so leicht an der Nase herumführen und mit den immer gleichen, eigentlich leicht zu durchschauenden Verzerrungen, Verkehrungen und pseudowissenschaftlichen Falschbehauptungen betrügen lassen? Um ein Beispiel zu nennen: Die Achillesferse der sog. Energiewende im heutigen Deutschland ist die Unberechenbarkeit der Stromeinspeisung ("Volatilität") der sog. Erneuerbaren. Warum lassen sich die Menschen so leicht glauben machen, dass der schnell fortgesetzte Zubau an Erzeugungskapazität NICHT zu einer Verstärkung der dadurch verursachten, heute schon bedrohlichen Schwankungen der Einspeisung - und somit der Netzstabilität - führen würde? Man muss doch nur 1 und 1 zusammenzählen können, um das zu verstehen, mehr nicht!

Und Goethe sagte: "Verständige Leute kannst du irren sehn, / In Sachen nämlich, die sie nicht verstehn." (Zitat aus: "Zahme Xenien 5", S. 691").


22. Februar 16: Hochverehrter Meister! Die Schwankungen im deutschen Stromnetz nehmen notwendigerweise mit dem Zubau an Erzeugerkapazitäten volatiler Stromerzeugung zu. Eine großflächige Verteilung der Windkraftindustrieanlagen ändert daran nichts. Weht kein Wind, stehen alle Anlagen still; weht er (zu) stark, werden die Ausschläge nach oben - und mit ihnen der sog. Gradient der Einspeisungsänderung - immer größer. Trotzdem - als hätte sie noch nie von diesem unlösbaren Problem der Windstromerzeugung gehört - verkünden die Apologeten dieser Steinzeittechnik landauf, landab, der Ausbau des Stromnetzes würde die Gefahr bannen und die Einspeisung "glätten". Warum sind diese Ideologen in ihrem Glauben an die Segnungen der kleinzelligen "Vernetzung" so unbelehrbar, so borniert?

Und Goethe sagte: "Wer zum Verknüpfen geneigt ist, wird seine Verbindung nicht gerne auflösen; er wird etwas Neues lieber ignorieren oder künstlich mit dem Alten verbinden." (Zitat aus: "Naturwissenschaftliche Schriften", Optik u. Farbenlehre - Physik, Kap. 23).


26. November 15: Hochverehrter Meister! Unser Kampf gegen den Windwahn, der - wie Sie schon früh erkannt haben - ein sehr deutscher Wahn ist, hat ein Etappenziel erreicht. Auf einem vielbeachteten Kongress in Neustadt a. d. W. kamen unabhängige Fachleute ins Gespräch mit hochrangigen Politikern, dies unter den Augen eines großen, sachkundigen Publikums. Ein Schlüsselbegriff der Windkraft-Befürworter wurde dabei entzaubert und als leere Sprachhülse entlarvt: die sog. "bilanzielle Stromerzeugung" z. B. eines Bundeslandes. Dieser Begriff hat keine andere Funktion als die, den Hauptnachteil der volatilen Stromerzeugung - die fehlende Bedarfsgerechtigkeit - in einen Mengenvorteil umzudeuten. Die öffentliche Darstellung des systembedingten Scheiterns unterbleibt, dafür werden Zahlen propagiert, die positives, zukunftsträchtiges "Wachstum" suggerieren: Soundosoviel Strom wurde erzeugt, heißt es dann; ob er nun gebraucht werden konnte oder nicht, bleibt unsichtbar. Die Verlierer gehen virtuell als Sieger über die von ihnen selbst gezogene Ziellinie. Wie kommt es nur, hochverehrter Meister, dass Ideologen Ihre Spruchweisheit vom 31. Oktober - "das Gewisse (soll man) festhalten und dem Ungewissen aufpassen" - nicht begreifen? Wie gelingt es ihnen nur, sich eine Welt zurecht zu phantasieren, in der sogar die Naturgesetze sich ihrem moralischen Hochmut zu unterwerfen haben?

Und Goethe sagte: "Wer sich den Gesetzen nicht fügen lernt, muß die Gegend verlassen, wo sie gelten." (Zitat aus: "Wilhelm Meisters Wanderjahre", Kap. 23).


31. Oktober 15: Hochverehrter Meister! Wir können nicht verstehen, wie es kommt, dass die Propheten und Befürworter der Energiewende die Dinge genau verkehrt herum sehen. Was treibt sie an, die Welt auf den Kopf zu stellen, wenn sie doch ohne Unterlass vorgeben, sie schützen und bewahren zu wollen? Das jüngste Beispiel ist ganz nach dieser Art: Das badenwürttembergische "Umweltministerium" betreibt eine Bundesratsinitiative, die darauf hinausläuft, die Windstromerzeugung gerade dort am stärksten zu subventionieren, wo der Wind am schwächsten weht. Diesen Schritt in eine Welt, die auf dem Kopf steht, nennt man dann "faire Windstromförderung" und meint damit, dass die windschwachen Landstriche genauso "von der Energiewende wirtschaftlich profitieren" sollten wie diejenigen, in denen der Wind oft und kräftig weht. Der Kompaß ist also nicht etwa verloren gegangen; er ist da und wird sogar unentwegt angestarrt. Aber er zeigt in die genau falsche Richtung! Man würde doch auch nicht die Wasserkraft in der Sahara subventionieren, sondern dort, wo der Einsatz der Mittel sich lohnt? Wie sollen wir uns nur diesen Hang zum Irrationalen erklären? Gibt es vielleicht ein psychologisches System in diesem "Irr-Sinn"?

Und Goethe sagte: "Unser Fehler besteht darin, daß wir am Gewissen zweifeln und das Ungewisse fixieren möchten. Meine Maxime der Naturforschung ist, das Gewisse festzuhalten und dem Ungewissen aufzupassen." (Zitat aus: "Wilhelm Meisters Wanderjahre", Kap. 43).


29. September 15: Hochverehrter Meister! Sie haben in Ihrem reichen, immerzu tätigen Leben für vieles Verantwortung getragen und waren u. a. Finanz- und Kriegsminister im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, später dann sogar "Erster Minister", also sozusagen Ministerpräsident. Wie beurteilen Sie von daher den offenkundigen Selbstzerstörungswillen, der nicht nur, wohl aber sehr deutlich in der sog. Energiewende zum Ausdruck kommt? Wie erklären Sie z. B. die Tatsache, dass zwei Schwergewichte der deutschen Industrie, die Energieversorger RWE und E.ON, innerhalb von nur 5 Jahren mehr als 3/4 ihres Börsenwertes eingebüßt haben (von 130 auf 30 Milliarden EUR), sich aber immer noch nicht gegen die unerfüllbare politische Auflage wehren, zu marktwirtschaftlichen Bedingungen - demnächst ohne die verbliebenen Kernkraftwerke - gegen hochsubventionierte und privilegierte "Erneuerbare Energien" nicht nur bestehen, sondern zudem deren eklatante Schwächen kompensieren zu müssen? Der darob stetig steigende Strompreis kostet heute schon hundertausende von nichtsubventionierten Arbeitsplätzen, ein Aufschrei jedoch bleibt aus. Wie konnte es dahin kommen im einstigen Wirtschaftswunderland Deutschland?

Und Goethe sagte: "Alles in der Welt läßt sich ertragen, / Nur nicht eine Reihe von schönen Tagen" (zit. aus dem Gedichtband von 1815, Abtlg. "Sprichwörtlich").


27. August 15: Hochverehrter Meister! Die Befürworter der deutschen Energiewende - um sachliche, wirklich stichhaltige Argumente stets verlegen - kokettieren gerne mit einem Paradoxon: Einerseits behaupten sie, dass die bloße Tatsache der Unerschöpflichkeit - nicht: der Immerverfügbarkeit! - des Windes ausreichen würde, ihn als überlegene Energiequelle anerkennen zu müssen; um die komplexen Probleme der Umwandlung der Windenergie in eine technisch brauchbare Energieform müssen sie sich so nicht mehr kümmern, diese existieren aus ihrer Sicht nicht oder haben jedenfalls kein Gewicht. Andererseits aber stilisieren sie den Wind zur "sanften" und von daher eigentlich unterlegenen Kraft, der jene Sympathie zuströmen sollte, die David für seinen Kampf gegen Goliath zuteil wird. Auf diese Weise gelingt es ihnen immer wieder, gerade die schwächeren, anlehnungsbedürftigen Naturen auf ihre Seite zu ziehen. Wie beurteilen Sie dieses doppelbödige Spiel, welches den offenkundigen Nachteil in eine Stärke umdeutet?

Und Goethe sagte: "Es schadet nichts, wenn Starke sich verstärken" (zit. aus FAUST II, Vers 10542) // "Denn nichts ist bedenklicher, als die Schwäche zur Maxime zu erheben" (zit. aus einem Brief Goethes an Rachel Varnhagen von Ense vom 8. November 1827).


7. Juli 15: Hochverehrter Meister! Es wird immer energischer und unverfrorener versucht, den Artenschutz zugunsten von Windkraftindustrieanlagen auszutricksen. Oft helfen die großen deutschen Naturschutzorganisationen - z. B. der BUND - dabei mit. Vor allem aber sind es bestimmte (Landes-) Behörden, die ihre Autorität nicht etwa zum Schutz der ihnen anbefohlenen Natur einsetzen, sondern dazu, den Eindruck von Seriosität schützend vor dem jämmerlichen Schauspiel ihrer Zerstörung aufzurichten. Man soll denken, dass alles mit rechten Dingen zugeht und die gefährdeten Arten mit Samthandschuhen angefasst werden. Dass das EU-Recht dabei unterlaufen wird, kümmert diese Herrschaften nicht ... wenn sie es denn überhaupt wissen. Was halten Sie, hochverehrter Meister, von einem Naturschutz, der die Naturzerstörung sanktioniert? Kann es eine Rechtfertigung für solches Tun geben, die diesen inneren Zwiespalt überbrückt oder gar nicht erst aufkommen lässt?

Und Goethe sagte: "Manches Herrliche der Welt / Ist in Krieg und Streit zerronnen; / Wer beschützet und erhält, / Hat das schönste Los gewonnen." (viel gebrauchtes Goethe-Zitat, gefunden in: Gedenkausgabe der Werke, herausgegeben von Ernst Beutler, Bd. 2, S. 145).


23. Juni 15: Hochverehrter Meister! Die Zahl der Baustellen in der Politik (Deutschlands) wächst ständig, die Energiewende ist nur eine von ihnen. Jedoch ist offenkundig, dass es inhaltliche Zusammenhänge und Querverbindungen gibt - so z. B. zwischen der sich hinschleppenden Euro-Rettung und der Energiewende. In Zeiten des Niedrigzinses suchen Investoren nach sicheren Anlagemöglichkeiten und verzerren auf diese Weise zusätzlich das (sowieso schon eingeschränkte) Spiel von Angebot und Nachfrage auf dem stark subventionieren Feld der sog. Erneuerbaren Energien. Hier sollten doch die physikalischen und ingenieurstechnischen Argumente den Ausschlag geben, nicht Ideologie und Geschäftemacherei! Wie kann es nur sein, dass unsere Politiker so ängstlich sind und so wenig Vertrauen in den nüchternen Sachverstand setzen?

Und Goethe sagte: "Das Feld ergrünt, der Handel wogt beständig, // Sobald ein Herrscher mächtig und verständig." (Zitat aus: Maximen und Reflexionen).


28. Mai 15: Hochverehrter Meister! Sechs sog. "Länder-Umweltminister" haben vor Wochenfrist ein "Positionspapier zum ausgewogenen Ausbau der Windenergie" veröffentlicht. Darin geht es, kurz gesagt, um ihre Sorge, dass Windräder dort, wo sie sich aufgrund des zu schwachen Windes nicht einmal betriebswirtschaftlich lohnen, nicht gebaut würden. "Ausgewogen" bedeutet für sie "flächendeckend", ganz gleich, ob das nutzbringend ist oder nicht. Hochverehrter Meister, wie kann man sich eine solche Verbohrtheit nur erklären? Können diese Herrschaften (!) die Natur- und Kulturlandschaften Deutschlands ohne Industrietürme denn nicht ertragen?

Und Goethe sagte: "Was der Mensch als Gott verehrt, / Ist sein eigenstes Innere herausgekehrt." (Zitat aus: "Zahme Xenien").


1. Mai 15: Hochverehrter Meister! Der Irrsinn ("Irr-Sinn"!) ist nicht zu überbieten: Da propagiert man die Notwendigkeit und Möglichkeit, die Stromversorgung eines Industrielandes wie Deutschland überwiegend - oder sogar ganz, vgl. den Slogan: "100% sind möglich!" - auf stark fluktuierende Einspeisungen (Sonne und Wind) zu gründen, und behauptet dann, Großspeicher für Überschußstrom seien entbehrlich! Dieser Denkfehler resultiert offenkundig aus der Unbequemlichkeit des Problems, insofern es derzeit ungelöst ist und möglicherweise auch unlösbar bleiben wird. Wie schätzen Sie, hochverehrter Meister, diese Ignoranz ein? Wie ist die Uneinsichtigkeit in die Fehlerhaftigkeit des eigenen Denkens zu bewerten, zumal es sich selbst als jung und modern wahrzunehmen scheint?

Und Goethe sagte: "Fehler der Jugend sind erträglich, denn man betrachtet sie als Übergänge, als die Säure einer unreifen Frucht; am Alter bringen sie zur Verzweiflung." (Zitat aus: "Biographische Einzelheiten", Abtlg. I, Bd. 36).


8. April 15: Hochverehrter Meister! Wie kommt es nur, dass man die zahlreichen ungelösten (und unlösbaren?) Fragen im Zusammenhang mit der deutschen Energiewende einfach an "die Forschung" weiterreicht - sofern man sie nicht verleugnet oder totschweigt! -, derweil aber keinen Augenblick auf die Ergebnisse solcher Forschungsarbeiten warten zu können glaubt? Wie kommt es zu diesem Widerspruch? Oder stellt der vielbeschworene "Forschungsbedarf" nur eine Ausrede für ausbleibenden Erfolg dar? 

Und Goethe sagte: "Lange Überlegungen zeigen gewöhnlich, dass man den Punkt nicht im Auge hat, von dem die Rede ist, übereilte Handlungen, dass man ihn gar nicht kennt." (Zitat aus: "Wilhelm Meisters Lehrjahre", Kapitel 93).


20. Februar 15: Hochverehrter Meister! Die einzige Möglichkeit, die volatile Stromeinspeisung aus Windkraftanlagen und Fotovoltaik nach dem jetzigen Muster einigermaßen zu handhaben, besteht darin, die weiterhin notwendigen konventionellen Kraftwerke ("Back-up-Kraftwerke") ebenfalls zu subventionieren: Denn sie müssen notfalls (Stichwort: "Dunkelflaute"!) die gesamte Stromversorgung gewährleisten - im Winter also bis zu ca. 80.000 Megawatt -, können aber nicht mehr ökonomisch betrieben werden. Diesem Umbau des konventionellen Sektors (Stichwort: "Kapazitätsmarkt") hat Wirtschaftsminister Gabriel nun eine klare Absage erteilt. Weiß da die rechte Hand noch, was die linke tut? Will man denn warten, bis die Kraftwerksbetreiber den Bettel hinwerfen und alle im Dunkeln sitzen? Wie läßt sich diese Verstocktheit vielleicht erklären?

Und Goethe sagte: "Denn wie das Wasser, das durch ein Schiff verdrängt wird, gleich hinter ihm wieder zusammenstürzt, so schließt sich auch der Irrtum, wenn vorzügliche Geister ihn beiseite gedrängt und sich Platz gemacht haben, hinter ihnen sehr geschwind wieder naturgemäß zusammen." (Zitat aus: "Dichtung und Wahrheit" III,15).


20. Dezember 14: Hochverehrter Meister! Es ist zum Auswach- sen: Nun wurde die in den deutschen Medien renommierte "Agora Energiewende" erstmals zu dem Eingeständnis genötigt, dass die sog. Energiewende ein katastrophaler Fehlschlag ist - wir sprachen Ihnen davon (vgl. 10. Dez.) -, und schon taucht der Miterfinder des EEG, der beamtete (!) Staatssekretär Rainer Baake, aus den Büroräumen des Wirtschaftsministeriums auf und erzählt das alte, vielfach widerlegte Märchen: Es weht immer irgendwo der Wind / Es scheint immer irgendwo die Sonne! Das Grundübel der volatilen Stromeinspeiser - die unvorhersehbare Schwankung ihrer Einspeiseleistung zwischen 0% und 100% - will er demgemäß "durch Netze ausgleichen". Es ist nicht zu fassen: Was will der Herr Staatssekretär denn bei Flaute bzw. Dunkelheit "ausgleichen"? Was treibt ihn, noch immer diesen Unsinn zu verbreiten?

Und Goethe sagte: "Am meisten überschätzt sich der, der sich zur produzierenden Klasse rechnet, da er zur genießenden gehört." (Zitat aus: "Schema zu einem Volksbuch historischen Inhalts").


10. Dezember 14: Hochverehrter Meister! In einem Bericht der Wochenzeitung DIE ZEIT wird Dr. Patrick Graichen, Geschäftsführer der Denkfabrik "Agora Energiewende", mit den Worten zitiert: "Wir haben uns geirrt bei der Energiewende. Nicht in ein paar Details, sondern in einem zentralen Punkt. Die vielen Windräder und Solaranlagen, die Deutschland baut, leisten nicht das, was wir uns von ihnen versprochen haben. Wir haben gehofft, dass sie die schmutzigen Kohlekraftwerke ersetzen würden, die schlimmste Quelle von Treibhausgasen. Doch das tun sie nicht." --- Wie ist es nur möglich, hochverehrter Meister, dass die von zahllosen Fachleuten seit vielen Jahren immer wieder vorgebrachte und mit naturwissenschaftlichen Tatsachen untermauerte Einschätzung - dass nämlich die ungezügelte Stromeinspeisung der Erneuerbaren die CO2-Emissionen des Gesamtsystems (!!) unweigerlich steigern anstatt senken würde - ungehört geblieben ist?

Und Goethe sagte: "Die größten Schwierigkeiten liegen da, wo wir sie nicht suchen." (Zitat aus "Maximen und Reflexionen").


22. November 14: "Hochverehrter Meister! Die CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung Deutschlands sind von 2010 bis 2014 von 326 auf 354 Millionen Tonnen gestiegen: Dies ist wesentlich eine Folge des zunehmend ineffizienten Betriebs konventioneller Kraftwerke - v. a. der Kohlekraftwerke -, der seinerseits auf den wachsenden Anteils volatiler Stromerzeug zurückzuführen ist. Die Rechnung ist einfach: Je höher der Prozentsatz des privilegierten Sonnen- und Windstroms im Stromnetz ist, desto höher werden die CO2-Emissionen der grundlastfähigen "Schattenkraftwerke" ausfallen. Trotzdem verkünden die Befürworter des ungebremsten Ausbaus der Windkraft landauf, landab, nur auf diesem Wege ließe sich die drohende Klimakatastrophe abwenden. Wie ist dieser Widerspruch zu erklären? Und warum erkennen ihn die Windkraft-Befürworter nicht?"

Und Goethe sagte: "Schwärmer prägen den Stempel des Geistes / auf Lügen und Unsinn; / Wem der Probierstein fehlt, / hält sie für redliches Gold." (Zitat aus den Venezianischen Epigrammen, Nr. 56).


14. November 14: "Hochverehrter Meister, die Achillesferse der Energiewende ist das sog. "Speicherproblem": Da die Einspeisung der volatilen Energieträger - z. B. des Windstroms - extremen Schwankungen unterworfen ist, muss man Überschüsse aufheben können, um mit ihnen die Zeiten der Flaute zu überbrücken. Weil eine Speichertechnik, die dies in erforderlichem Umfang (mindestens 10 Terawattstunden) und zu halbwegs bezahlbaren Preisen leisten könnte, nicht einmal theoretisch in Sicht ist, liebäugeln die Befürworter der Windstromerzeugung seit kurzem mit der Vorstellung, solche Stromspeicher würden gar nicht gebraucht. Sie sagen, man könne sie durch "smart grids" (= sog. "intelligente Stromnetze") und "virtuelle Kraftwerke" ersetzen. Was sagen Sie als ausgewiesener Naturforscher dazu?"

Und Goethe sagte: "Hundertmal werd ich's euch sagen / und tausendmal: Irrtum ist Irrtum! / Ob ihn der größte Mann, / ob ihn der kleinste beging." (Zitat aus den "Xenien").


30. Oktober 14: "Hochverehrter Meister, was halten Sie grundsätzlich von der Idee, das (vermeintliche oder tatsächliche) Gute in der Welt zu stützen und zu mehren, indem für die gute Tat finanzielle Anreize ausgelobt werden? Konkret: Wie bewerten Sie die Verknüpfung des persönlichen Gewinnstrebens mit dem Anspruch auf Vorbildlichkeit und ein "gutes Gewissen", wie sie z. B. beim Werben für die Beteiligung an sogenannten "Bürgerwindrädern" propagiert wird?"

Und Goethe sagte: "Gutes tu rein aus des Guten Liebe, / Was du tust, verbleibt dir nicht; / Und wenn es auch dir verbliebe, / Bleibt es deinen Kindern nicht." (Zitat aus "West-östlicher Divan").


3. Oktober 14: "Hochverehrter Meister, wie ist es nur möglich, dass die Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und Wissenschaft allen Ernstes behaupten, die Stromerzeugung eines der weltweit bedeu-tendsten Industrieländer auf die ineffiziente und extrem schwankende Einspeisung aus der Sonnen- und Windenergie stellen zu können? Warum erkennen sie nicht, dass die konventionelle Stromerzeugung in vollem Umfang beibehalten werden muss und lediglich unwirtschaft-licher - also sowohl teurer als auch "schmutziger" - betrieben wird? Weshalb sind sie blind für die vielfache Zerstörung, die sie im Namen des Heils anrichten?"

Und Goethe sagte: "Wer sich an eine falsche Vorstellung gewöhnt, dem wird jeder Irrtum willkommen sein." (Zitat aus "Maximen und Reflexionen").


11. September 14: "Hochverehrter Meister, bitte sagen Sie uns, wie Sie mit einem Wort - alle Stränge des Wissbaren darin zusammenfassend - die deutsche Energiewende beurteilen und welche Entwicklung Sie für die nähere Zukunft voraussehen?"

Und Goethe sagte: "... wohl dem, der sich loslösen kann von einem Fuhrwerk, das bergab stürzt." (Zitat aus "Iphigenie auf Tauris, 1. Akt, 3. Szene).